INFORMATIONEN ZUM TUNNELBAU 


 

Auszug aus dem Werbetext eines renommierten Ingenieurbüros:

 

Das Beste liegt im Verborgenen

 

Verkehr gewinnt in der mobilen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung - aber man will gleichzeitig immer weniger davon sehen. Die Lösung liegt auf der Hand und unter der Erde: der Tunnel. In der modernen Verkehrswegeplanung gewinnt der Tunnelbau immer mehr an Bedeutung. Er ist eine clevere Variante in der Trassierung. Da die steigenden Fahrgeschwindigkeiten flachere Neigungen erfordern, erhöht sich der Bedarf an intelligenten Lösungen für die Einpassung der Trasse in die Landschaft und der Tunnelbau gewinnt an Attraktivität. Ein positiver Nebeneffekt dieser Entwicklung ist die Entlastung der Umwelt, weil dadurch die Beanspruchung ökologisch wertvoller Fläche verringert wird.

...

Nur unter Berücksichtigung moderner Verfahren lassen sich rationelle Planungen erstellen, die dem wachsenden Wettbewerb standhalten. Unsere Tunnelbauabteilung befindet sich stets auf dem technologisch neuesten Stand und wird so den steigenden Ansprüchen gerecht: Wir präsentieren in jedem Fall eine maßgeschneiderte Lösung für unsere Kunden.

 

Schade eigentlich, dass man davon so gut wie nichts sieht.

Hier gibt es Filme zumThema Tunnelbau:  


https://www.youtube.com/results?search_query=tunnelbau


 

Beispiele für Tunnelkosten:       

 

TUNNELBAU-KOSTEN






Tunnel

Typ

Jahr

Baukosten

Länge

Baukosten/m

 

 

 

[Mio. €]

[m]

[€/m]

Inntaltunnel

Bahn

1997

150

12.700

6.425

Füssen Grenztunnel

BAB

1999

33

2*1.300

12.693

Kanaltunnel Teil England

Bahn

1991

17

2000

8.500

Landeck

Straße

2000

67

6960

9.655

Kohlbergtunnel

BAB

1994

13,3

2*595

11.171

Ötztal Imst

Bahn

2002

52

4.150

12.530

Achraintunnel

Straße

1995

45

3.290

13.678

Schulwaldtunnel

Bahn

2001

194

4.500

43.111

Nantenbacher Kurve

Bahn

1994

120

6.450

18.605

Olpe

BAB

1999

23

2*1020

11.275

Hembergtunnel

BAB

1999

14

2*410

17.340

Tunnel Allach

BAB

1998

82

2*1.400

29.285

Bürgerwaldtunnel

BAB

1997

38

2*1.520

12.500

Lindenbergtunnel

BAB

1997

9,8

2*690

14.153

Eching

BAB

1996

12,6

2*648

9.705

Heidbergtunnel

BAB

1995

8,9

2*379

11.736

Königshainer Berger

BAB

1999

87

2*3300

13.169

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittelwert

Euro/Meter

 15.031

 

Der Verfasser der Tabelle, Herr Dipl.-Ing. Alexander Walther, schrieb uns dazu:

"Sie können meine oder andere alte Tunnelbaukosten verwenden und mit den Indexzahlen des statist. Bundesamtes www.destatis.de für Tiefbau oder Ingenieurbauwerke auf z.B. 2015 hochrechnen! Das ist sehr genau und Sie haben die heutigen exakten Zahlen!"

 

Direktzugriff auf die Indizes der Genesis-Datenbank des Statistischen Bundesamtes:  

http://k-urz.de/2137


Herr Bauassessor Dr.-Ing. Rolf G. Niemeyer nannte für sein Projekt, den WTT Westerwald-Taunus-Tunnel, Kosten von 50 Mio. Euro pro km, allerdings für einen aufwändigeren zweigleisigen Bahntunnel. Rechnet man die Kosten zurück auf einen Straßentunnel, kommt man auf etwa die Hälfte der Summe.  

 

Das deckt sich dann mit der Aussage des weltweit führenden Experten im Tunnelbau, Herrn Prof. Dr.-Ing. Bernhard Maidl, der über die Kosten für einen Tunnel unter Straßenhaus sagte: „Rechnen Sie mit 25 Mio. Euro, um auf der sicheren Seite zu sein“.
Deutschlands längster Tunnel, der Rennsteig-Tunnel, hat pro km nur 

12,7 Mio. Euro gekostet. Siehe hier:  

https://structurae.de/bauwerke/tunnel-rennsteig


Mit freundlicher Genehmigung des LBM finden Sie nachstehend die Präsentation zur Voruntersuchung der Tunnelvariante.

Die Angaben darin sind allerdings mit größter Vorsicht zu bewerten, weil hier offenbar mit Schockzahlen operiert wird, um den Tunnel aus Kostengründen zu vermeiden. Würde die Darstellung zutreffen, wäre das der teuerste Tunnel Deutschlands!


Für 700 m Ortsdurchfahrt wurde der Tunnel auf 1200 m verlängert - damit die über 900 m Länge entstehenden Mehrkosten für zusätzlich erforderliche Fluchtwege den Aufwand in die Höhe treiben. 1996 wurden drei Tunnelvarianten diskutiert, von denen die längste 870 m war.


Der Tunnel soll 16 m Überdeckung haben - das ist wohl mehr als nur leicht übertrieben. Heutige Techniken erlauben Baumaßnahmen, die sich nicht derart verlängernd auf den Gesamtverlauf eines Tunnelbauwerks auswirken. Mit langen Ein- und Ausfahrten wegen der Tunnellänge und der zulässigen Fahrbahnneigungen wurde die Darstellung künstlich verteuert.


Für die Tunnellösung soll angeblich mehr Waldfläche verbraucht werden als für die Ortsumgehung. Des Rätsels Lösung liegt wiederum in der Länge der Zufahrt mit Absenkung über eine übertrieben lange Strecke - verursacht durch die unnötig hohe Überdeckung und ausufernde Planungsvorgaben.


Das Anschlussbauwerk am nördlichen Ortsrand von Straßenhaus ist überflüssig. Hier kann mit seitlichen Rampen wie auf der gegenüberliegenden Tunnelseite viel Geld gespart werden und eine Möglichkeit geschaffen werden, das Gewerbegebiet Ost endlich verkehrstechnisch vernünftig anzubinden.


Der LBM nannte schon vor Jahren zuerst 19,1 Mio. und dann 18,2 Mio. Euro als Kosten für die Umgehung. Wie kommt man wohl jetzt auf nur noch 17,3 Mio. Euro?


Siehe hierzu Kosten für Straßen:

http://www.rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-was-kostet-eigentlich-ein-meter-strasse-aid-1.4062542 

 

11.300 Euro kostet 1 m Straße - laut Finanzministerium NRW.  Das sind 11,3 Mio. für einen km. Bei drei km Ortsumgehung ergibt das 33,9 Mio. Euro. Dazu kommen noch fünf Brücken - eine davon 109 m lang - und die Anschlussbauwerke nördlich und südlich. Und über einen Streckenanteil von 1585 m die dritte Fahrspur!


Durchschnittliche Kosten für einen Straßentunnel laut Recherchen, abgebildet in der Tabelle "Tunnelbaukosten_Hochrechnung" (siehe oben), pro km weniger als 20 Mio. Euro. 

Und länger muss der Tunnel unter Straßenhaus nicht sein.

Wer will da noch behaupten, die Tunnellösung wäre zu teuer? 


Da wirkt das Tunnel-Gutachten ebenso unglaubwürdig wie die Darstellungen des LBM und noch unglaubwürdiger die Aussage des Bundestagsabgeordneten Rüddel, der laut Rhein-Zeitung von 16,8 Mio. Euro für die Ortsumgehung sprach. 


Fehlinformation, Irrtum oder Volksverdummung?


Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die 16,8 Mio. Euro auch als Kosten in den Bundesverkehrswegeplan eingestellt wurden. Ob das Bundesministerium daran glaubt?


Möge sich auf solche Darstellungen und Ergebnisse jeder seinen eigenen Reim machen. Wer aufmerksam die Präsentationsunterlagen ansieht, wird noch eine Reihe weiterer wundersamer Ergebnisse finden. Nur noch ein Beispiel: 5.000 Euro pro m (!) soll die Ausrüstung des Tunnels (Licht, Schilder, Kameras, Lautsprecher, Ventilatoren usw.) kosten. Selbst wenn die Fahrbahnmarkierungen aus Blattgold hergestellt würden, bliebe wohl noch Geld übrig für phantasievolle Zusatzeinrichtungen ... 


 ... und hier geht es zur Übersicht 

    Tunnelkosten aus realisierten Projekten

 

In dieser Tabelle werden Daten angezeigt, die sich aus tatsächlichen, wahren Kosten ergeben - mit Hochrechnungen auf heutige Werte mit Indizes des Statistischen Bundesamtes. 

Vergleichen Sie diese Werte bitte mit den Angaben aus der Tunnelstudie. 

Sie werden erkennen, dass die Ergebnisse aus tatsächlich ausgeführten Bauprojekten nicht vergleichbar sind mit den unrealistischen Darstellungen aus der Präsentation - die in Wahrheit nur als Ergebnis einer Tunnel-Abwehr-Strategie bezeichnet werden kann.  
 

Direktzugriff auf die Indizes der Genesis-Datenbank des Statistischen Bundesamtes: 

http://k-urz.de/2137




Nachtrag:


Die Firma Marti Tunnelbau AG aus der Schweiz hat in Küchen bei Kassel einen Tunnel realisiert. Zwei Röhren mit 1333 bzw. 1372 m Länge kosteten 74 Mio. Euro. Es wurde bei vorhandenem Buntsandstein mit Sprengvortrieb gearbeitet. Bei bröckeligem Tonschiefer unter Straßenhaus sind einfachere Methoden wie Baggervortrieb anwendbar

Statt mit 16 m Überdeckung kam man dort mit minimal 5,5 m Überdeckung aus. Die Werte sind zwar nicht einfach auf Straßenhaus übertragbar, zeigen aber im Vergleich mit dem überzogenen Ergebnis aus der Manns-Tunnelstudie (61 Mio. Euro) bei einer Umrechnung auf 900 m Strecke mit 24,6 Mio. Euro einen realistischeren Wert. 

Zu beachten ist, dass es sich bei diesem Beispiel um einen (aufwändigeren) Autobahntunnel handelt. 

Ansehen können Sie sich die Beschreibung der Firma Marti hier:  http://k-urz.de/a915


Aus einem Bericht über eine Exkursion der RWTH Aachen:    http://k-urz.de/12d6

"Die Anwesenheit der im anliegenden Wald registrierten 22 Fledermäuse erfordert Schutzmaßnahmen ...., die einen Kostenanteil von 13,5% der gesamten geplanten Baukosten 

ausmachen." 

(Das sind rund 8,8 Mio. Euro. Die Umrechnung reduziert sich demnach auf 21,7 Mio. Euro, abzüglich Unterschied zwischen Autobahn und Bundesstraße!) 


Darf man davon ausgehen, dass die von den Nachteilen einer Ortsumgehung betroffenen Einwohner aus Straßenhaus, Ellingen und Niederhonnefeld ebenfalls ein Anrecht darauf haben, dass für sie ein gewisser Kostenaufwand zur Abwendung von Schäden und Belästigungen betrieben wird?



 

 

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